Was ist eigentlich der wahre Grund für den Unglauben?

Was ist eigentlich der wahre Grund für den Unglauben?

Man wird dafür keinen bestimmten Grund ausmachen können, dazu sind die Menschen viel zu unterschiedlich – aber eines scheint recht klar zu sein: Wir Menschen wollen niemanden mehr über uns haben! Vor allem keinen Gott, der unser Leben in der Hand hat und vor dem wir vielleicht einmal Rechenschaft ablegen müssen.

 Wir Menschen sind bereit den größten Unsinn zu glauben, wenn er uns einigermaßen plausibel oder wissenschaftlich erklärt wird. Wir sind viel eher dazu bereit, bereitwillig an Horoskope, obskure Heilmittel und Therapien, an Glücks- oder Unglückstage oder auch an Menschen, die ihnen beim Karten legen oder wahrsagen ihr Schicksal oder Zukunft voraus sagen können, zu glauben. Doch an einen lebendigen Gott, der für sie die Wahrheit bereit hält und die sie eigentlich nur anzunehmen brauchen, wird eher wehement abgelehnt.

Und oftmals erinnern sie dabei sehr an jene Menschen, wie sie in dem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern geschildert werden. Der “kritische Verstand des gebildeten und klugen Zeitgenossen, dem man nichts vormachen kann”, setzt merkwürdigerweise immer dann ein, wenn es um Gott und dabei insbesondere die Bibel und das Evangelium geht.

Kurzum: Man möchte niemand mehr über sich haben. Wir haben hier die Ursünde des alten Adam, der nicht nach Gott fragt, sein eigener Herr sein, ja letztlich selbst wie Gott sein will. Auch wenn er, danach gefragt, das natürlich weit von sich weisen würde. Aber das Sein-wollen-wie-Gott ist das eigentliche, tief im Menschenherzen verborgene Motiv.

Daraus resultiert, dass der Glaube an einen lebendigen Gott als Zeichen der Schwäche gilt, die sich der autonome Mensch, “der selbst alles in der Hand hat und deshalb keinen Gott braucht”, keinesfalls leisten kann. Das ist ein Grund, warum es vielen schwerfällt über den Glauben zu sprechen oder diesen zu bekennen. Denn das wäre überaus peinlich und oder blamabel! Unsere Familie, unsere Freunde oder Bekannten, können ja sonst was von uns denken.

Den neuesten Forschungen der Wissenschaft und das man (wieder einmal) zu der “Erkenntnis” gekommen ist, dass es zur Entstehung eines Kosmos keines Schöpfers bedarf, weil hierzu Fluktuationen ausreichen würde, die “rein zufällig” einen “großen Knall” – hier den Urknall, auslösen können. Gleichzeitig hört man dann wieder aus wissenschaftlichem Mund, dass die ganze Schöpfung von einer gewaltigen, uns unendlich überlegenen Intelligenz gesteuert wird, die allerdings nicht personenhaft ist oder sein kann. Demnach sind wir Menschen die einzigen Wesen, die mit Bewusstsein und Persönlichkeit ausgestattet sind.

Die alles “überragende Intelligenz” ist also blind, taub, stumm und tot. Woher dann wohl Leben und Bewusstsein kommen? Einen Gott darf es einfach nicht geben. So “einfach” ist das bei vielen von UNS!

Wenn ich von solchen supergescheiten wissenschaftlichen Theorien lese, muss ich immer an Ameisen denken, die sich in ihrem Ameisenhaufen Gedanken über die Globalisierung machen, die auf einer, für sie völlig unbekannten und unvorstellbaren Welt, stattfindet, von der sie einmal gehört haben.

 

Jetzt wird mir auch klar, warum es Gott den Unmündigen und nicht den Weisen und Klugen offenbart hat. Die Unmündigen oder anders, die ein kindliches Gemüt haben – was absolut nichts mit Dummheit zu tun hat – sind eher in der Lage sich der Wirklichkeit Gottes und dem Evangelium zu öffnen, weil sie in ihrem Denken natürlich geblieben sind und dieses nicht durch irgendwelche hochgestochenen Theorien und eitle Philosophien verbogen haben.

Die “Unmündigen”, also die noch ein kindliches Gemüt in sich tragen, welche die mit Gott rechnen und IHM vertrauen, erweisen sich damit als die wirklich Klugen, so wie es bereits auch im 1. Korintherbrief geschrieben steht, wonach Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht hat. Möge uns Gott bei den Unmündigen finden.

Dann sagte er: Ich versichere euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nie ins Himmelreich kommen. (Matthäus 18,3 NLB).

„Werdet wie die Kinder“ bezieht sich nicht darauf, durch die "neue Geburt" ein Kind Gottes zu werden. Vielmehr bedeutet es, als Kind Gottes die Gesinnung eines Kindes zu offenbaren. Kinder sind nicht fehlerlos, wir wollen sie nicht idealisieren. Aber trotzdem können wir einiges von ihnen lernen.

Kinder sind in ihren eigenen Augen klein. Sie nehmen sich selbst nicht wichtig. Sie schauen mit natürlicher Ehrfurcht und mit Respekt zu Älteren auf. Wenn sie etwas nicht können, haben sie kein Problem damit, es einzugestehen und um Hilfe zu bitten.

Wer sich einbildet, besser zu sein als die anderen, der betrügt sich selbst. (Galater 6,3 HfA)

Im Auftrag Gottes warne ich jeden von euch: Seid ehrlich in eurem Urteil über euch selbst und messt euch daran, wie viel Glauben Gott euch geschenkt hat. (Römer 12, 3 NLB)

Euch Jüngeren aber sage ich: Ordnet euch den Ältesten unter! Überhaupt müsst ihr – das sage ich allen – im Umgang miteinander jede Überheblichkeit ablegen. Ihr wisst doch: Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu. Beugt euch also unter Gottes starke Hand, damit er euch erhöhen kann, wenn die Zeit gekommen ist. (1. Petrus 5, 5 GNB)

Kinder glauben einem alles, was man ihnen erzählt. Es fällt ihnen nicht schwer, Dinge für wahr zu halten, die ihren Horizont übersteigen. Was der Vater sagt, ist immer richtig und darauf vertrauen sie. Kinder trauen ihrem Vater alles zu. Es gibt für sie kein Problem, das der Vater nicht lösen kann. Besonders zeigt sich das, wenn sie Angst haben, wenn sie mit etwas Furcht Erregendem konfrontiert werden. Sobald sie nah beim Vater sind, ist alle Angst verschwunden, weil sie ihrem Vater zutrauen, dass er sie beschützen kann.

Du aber darfst sagen: "Beim Herrn bin ich geborgen!" Ja, bei Gott, dem Höchsten, hast du Heimat gefunden. Darum wird dir nichts Böses zustoßen, kein Unglück wird dein Haus erreichen. (Psalm 91, 9-10 HfA)

Kinder sind von Natur aus neugierig und wissensdurstig. Wenn man ihnen etwas erzählt, was sie noch nicht kennen, hören sie gespannt zu. Sie hinterfragen alles ohne Vorbehalte oder kritische Hintergedanken zu haben. Und das ist auch das, was unserem Vater im Himmel wohlgefällig ist, wenn wir mit unseren "kindlichen Glauben", auf ihn vertrauen.

Wie ein neugeborenes Kind nach Milch schreit, so sollt ihr nach der unverfälschten Lehre unseres Glaubens verlangen. Dann werdet ihr im Glauben wachsen und das Ziel, eure endgültige Rettung, erreichen (1. Petrus 2, 2 HfA).

Prüft alles, und behaltet das Gute! Das Böse aber - ganz gleich in welcher Form - sollt ihr meiden.(1. Thessalonicher 5, 21 HfA)

Kinder haben einen Blick für Kleinigkeiten. Sie freuen sich nicht nur an großen Dingen, sondern können sich für Unbedeutendes oder für uns Erwachsene Selbstverständliches begeistern. Sie haben auch keinen Sinn für Werte. Geld oder Reichtum bedeutet ihnen nichts.

Wie zahlreich sind deine Werke, HERR! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll deines Eigentums. Da ist das Meer, groß und ausgedehnt nach allen Seiten. Dort ist ein Gewimmel ohne Zahl: Tiere klein und groß (Psalm 104, 24-25 ELB)

Kinder sind sorglos und unbeschwert. Sie leben im Heute, im Hier und Jetzt und machen sich keine Gedanken oder Sorgen darüber, was Morgen sein wird.

Deshalb sorgt euch nicht um morgen - der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Es ist doch genug, wenn jeder Tag seine eigenen Lasten hat.(Matthäus 6, 31 HfA)